Leipziger Buchmesse

By Jan Haag

Wer ist den Preis wert?

In gut zwei Wochen (12. bis 15. März) ist es schon wieder so weit: Buchmesse in Leipzig. Im Gegensatz zur Herbstmesse in Frankfurt nicht der große Handels- und Umschlagsplatz, dafür – in Kombination mit „Leipzig liest“ – das große Fest für Literaturbegeisterte. Hier kann man in kleinem Rahmen seiner Lieblingsschriftstellerin, seinem Lieblingsdichter hautnah begegnen.

Ein erster Höhepunkt bildet wie in jedem Jahr die Verleihung des „Preis der Leizpziger Buchmesse.“ Die Nominierungen in der Kategorie Belletristik werden es der Jury schwer machen eine eindeutige Wahl zu treffen:

o Wilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen Zeiten, Carl Hanser Verlag

o Reinhard Jirgl: Die Stille, Carl Hanser Verlag

o Daniel Kehlmann: Ruhm, Rowohlt Verlag

o Sybille Lewitscharoff: Apostoloff, Suhrkamp Verlag

o Andreas Maier: Sanssouci, Suhrkamp Verlag

o Julia Schoch: Mit der Geschwindigkeit des Sommers, Piper Verlag

Wird der ohnehin schon ruhmreiche Kehlmann wieder einmal absahnen oder werden die weniger preissatten Autorinnen Lewitscharoff oder Schoch das Rennen machen? Meine ganz persönliche Wahl würde auf Andreas Maier fallen, dabei habe ich „Sanssouci“, sein neues Werk, noch gar nicht gelesen. Aber ich bin ein ausgesprochener Fan seines ausfasernden Konditionalstils und seiner randständigen Figuren. Für mich wäre Maier dran.

„DIE ZEIT“ veranstaltet dieses Jahr eine Internet-Abstimmung, bei der Leser wie du und ich, ihr Votum abgeben dürfen. Derzeit führt hier Kehlmann vor Genazino; mein Maier liegt nur an fünfter Stelle.

In der Kategorie Sachbuch und Essayistik möchte ich auf den Außenseiter Karl-Heinz Ott hinweisen, der mit „Tumult und Grazie“ Georg Friedrich Händel einen feinsinnig prallen Groß-Essay widmet. Ott ist in den letzten Jahren belletristisch zunehmend in den Vordergrund getreten, nachdem er früher hauptsächlich für das Theater arbeitete. Im letzten Jahr erschien sein Roman „Ob wir wollen oder nicht“.

Aber wo ist eigentlich Juli Zeh, deren „Corpus Delicti“ – erst Theaterstück, jetzt Roman – derzeit in den Feuilletons ausgesprochen positiv wahrgenommen wird? Wahrscheinlich ist das Buch für diesen Frühjahrs-Contest zu spät (oder früh im Jahr) erschienen. Nun – dann haben wir ja schon einen ersten Favoriten für den „Deutschen Buchpreis“ im Herbst, und dann endlich eine Frau.

Wer bei der ZEIT mitwählen möchte:

http://marktplatz.zeit.de/angebote/sites/leipziger-buchmesse/

Demnächst hier mehr über die Messe und „Leipzig liest“.

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