Nach Winnenden

Liebe Leserinnen und Leser dieser losen Seiten!

Nachdem mich die Nachrichten aus meiner schwäbischen Heimat über die Ereignisse in Winnenden und Wendlingen am heutigen Morgen erreicht hatten, konnte dieser Tag nicht mehr verlaufen, wie er ursprünglich geplant war. Es dauerte allerdings Stunden – bis dahin ging ich frohen Mutes meinem Tageslauf nach – bis das wirkliche Ausmaß des Geschehenen und seine Konsequenzen mein Bewußtsein erreichten.

Danach machte sich lähmende Trauer und ein nachhaltiges Gefühl von Sinnlosigkeit breit. 2002 war Erfurt. Wir hofften (welch ein Wort in diesem Zusammenhang) inständig, dass dies ein Einzelfall bliebe, ja wir bestanden regelrecht darauf, dass sich so etwas in Deutschland nicht wiederholen könne. Es kam Emsdetten und wurde verdrängt indem man sich einredete, es sei ja nicht viel passiert. Seit heute sind keine Ausflüchte mehr möglich.

Neben einem vagen Grauen vor der Zukunft und dem augenblicklichen Entsetzen, bleibt ein unterschwelliges Gefühl von kollektiver und individueller Schuld.

Die Lebenserfahrung sagt uns, dass schließlich Alles wieder (normal) weitergeht. Wie und in welcher Form ich hier meine Berichterstattung und Stimmungsbilder über Leipzig und seine Buchmesse fortsetzen werde, kann ich jetzt nicht sagen.