Weihnachten 2009

Wort und Weg


Wir sind, da wo wir sind, auf Zeit, und auch so niemals ganz.

Wenn wir sprechen oder schreiben, wollen wir verstanden werden.

Wenn wir gehen, wollen wir ankommen.

*

Das Dazugehörigkeitsverlangen lässt uns Worte sagen, die uns nicht gehören.

Der Mensch will bleiben, aber er muss gehen.

Beim Schreiben und Lesen sind wir auf dem Nachhauseweg. (1)

*

Das Einfache verwahrt das Rätsel des Bleibenden und des Großen.

Die wissende Heiterkeit ist ein Tor zum Ewigen.

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Alles spricht den Verzicht in das Selbe.

Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt.

Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.

*

Der Zuspruch macht heimisch in einer langen Herkunft. (2)


1)

Nach: Stadler, Arnold: Rede zur Verleihung des Kleist-Preises am 22. November 2009 in Berlin.

2)

Heidegger, Martin: Der Feldweg. – Frankfurt, 1953.