So! Rum. März MMX

Im März. Fand nach anfänglichem Zögern und einem heftigen Rückfall, nun doch noch der Klima-Wandel statt. Es wurde Frühling. Zumindest vorläufig. Die Triebe sprießen wieder. „Veronica der Spargel wächst.“

Im Ernst. „Wie tief ist der Sex-Sumpf noch?“ (BILD) Ist das ganze Ausmaß des Missbrauchs von Kindern in pädagogischen Einrichtungen aller Art, die zu einem Teil der katholischen Kirche gehören, manchmal aber eben auch nicht (und täglich werden es mehr!), nicht schon schlimm genug, so ist die voyeuristisch-geifernde Art der Bericht-Erstattung einiger Medien ein zusätzlicher beträchtlicher Skandal, ein erneutes Vergehen an diesen Opfern und eine unentschuldbare Belästigung aller, die sich damit, in welcher Form auch immer, auseinanderzusetzen haben.

„Denn das ist dummer Aberglaube, zu meinen, das Leben von Segensleuten sei eitel Glück und schale Wohlfahrt. Bildet der Segen doch eigentlich nur den Grund ihres Wesens, welcher durch reichlich Qual und Heimsuchung zwischenein gleichsam golden hindurchschimmert.“ (Thomas Mann in: Geschichten Jaakobs)

In der weiten Welt. Klar. War natürlich ein Missverständnis. Guido W. ist nicht nach Chile ausgewandert. Seine Reise in mehrere südamerikanische Staaten hat er in seiner Funktion als Außenminister absolviert. Inzwischen hat er den Kontinent aber wieder verlassen. Schon doll, was der Mann alles ist und ißt. Er soll neulich in Berlin gesehen worden sein. Bei Curry 36. Er müsse sich von den Fest-Banketts mit chilenischen, brasilianischen und argentinischen Schönheiten und landestypischer Verpflegung erholen, wird gemunkelt.

In der Schweiz. Sind derzeit die CD-Rohlinge ausverkauft. Gleichzeitig verzeichnen führende Schweizer Banken ein dramatisches Absinken ihrer Bargeld- und Depot-Bestände.

Auf dem Olymp. Streiten einmal mehr die Götter und rund um das an Denkern und Mirakeln reiche Land wird ebenfalls das Geld knapp. Anders gesagt: das negative Geldvermögen vermehrt sich. Derbe Sache. (Derb, auch derbe = neues Modewort, Nachfolger von irre, toll, mega, krass, geil usw. Siehe dazu auch bei Wikipedia unter: Lena Meyer-Landrut.)

Aus meinem Lesetagbuch. Wer glaubt ich sei vor lauter Buchmesse und Leipzig liest, zugehöriger Vor- und Nachbereitung, Blog-Beiträge verfassen, Cafèhaus-Plauderei und was der kreativen Dinge mehr sind, auch noch zum Lesen von Büchern gekommen, der irrt. Nur herum-, an- und reingelesen war diesen Monat drin. Und die eine oder andere Zeitung (Leipziger Volkszeitung! Lesenwert und gut gemacht.) oder Zeitschrift (eigentlich auch nur die Literatur-Teile oder -Beilagen). Und natürlich Radio gehört. Ganz reichlich im März: MDR Figaro, das Kulturradio des Mitteldeutschen Rundfunks. Auf diesem Sender kam am meisten Buchmesse und der Musikmix, bestehend aus Klassik, Jazz und Singersongwriter (Chanson, Canzone, Lied), trifft ganz meinen Geschmack. Man mag von der Erfindung und Verbreitung des WWW halten was man mag, aber Internet-Radio finde ich schon… Doch!

Aus festlichem Anlass. Nun warten also – und keineswegs nur diese – Kinder im ganzen aufblühenden Land auf den Osterhasen. Das zeitgenössische Menschlein zeichnet selbigen ja inzwischen ohne die langen Löffel (s. dazu in Wikepedia unter: Till Schwaiger). Alle Eier haben sich schön bunt gemacht, während immer mehr Lämmer Leben lassen müssen. Und die Mützen im Vatikan fürchten nichts mehr als die reale Wiederkehr ihres Herrn und Meisters.

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Hyptotext

Mit einem Festakt wurde am 10. März im Bibliothekssaal des ehemaligen oberbayerischen Klosters Polling bei Weilheim bei München die offizielle Gründung der letzten Bibliothek (DLB) begangen. Anwesend waren zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und des bayerischen Klerus, die Festrede hielt B. E. Mich, der dazu aus der Ost-Mongolei angereist war, wo er eine Forschergruppe betreut, die im Rahmen eines DFG-Projektes mit der Ausgrabung von Sprachwurzeln beschäftigt ist. Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch ein Gastspiel der Geigerin Anne Sophie Mutter, die Violin-Sonaten von Johannes Brahms interpretierte. Der Abend und das Konzert wurden vom Bayerischen Rundfunk im Radio übertragen. Die musikalischen Beiträge von Anne Sophie Mutter sind auch als CD bei der Deutschen Grammophon erschienen.

Dieser festliche Gründungsabend war natürlich nur eine Art von Initialzündung. Die eigentlichen Arbeiten beginnen jetzt erst. Geeignete Räume stehen im Pollinger Kloster-Komplex bereits zur Verfügung; sie müssen noch renoviert und eingerichtet werden. Ein großer Magazin-Bereich wird im benachbarten Raisting als Neubau erstellt. Mit seiner Fertigstellung ist voraussichtlich 2015 zu rechnen. Demnächst beginnt die besonders schwierige Phase des Bestandsaufbaus. Schließlich ist es das ambinionierte Ziel dieser ein- und letztmaligen Einrichtung, ausschließlich letzte Werke zu sammeln. Derzeit wird noch an einer genauen Definition dieses etwas abstrakten Begriffs gearbeitet. Es stehen allerdings für die nächsten Jahre großzügige Aufbau-Mittel in ausreichender Höhe zur Verfügung. Die Finanzierung teilen sich die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, sowie die Stiftung „Das Letzte“, der namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft angehören.