Sudeleien. Juli 2013

con = libri macht Sommerpause!

Bis Mitte September bleibt damit mehr Zeit zum Lesen, für neue Ideen, Nachdenklichkeit und Müßiggang, zu kleinen Ausflügen in literarische Gegenden, zum Schlendern durch Juli- und Augustabende, für zweidrei Wochen Sommerfrische. Doch es gibt auch sommerliche Wünsche die unerfüllt bleiben, Reiseziele die fürs Erste nicht erreicht werden. Nur zwei seien hier erwähnt. Zwei Orte, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten. Der eine im Norden, der andere südlich vom Wohnsitz. Einer fast auf Höhe des Meeresspiegels, ein anderer auf über eintausendachthundert Alpen-Metern.

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Nach Humlebaek werde ich es auch dieses Jahr wieder nicht schaffen. Der letzte Besuch im „Lousiana Museum of Modern Art“ auf der dänischen Insel Seeland ist leider schon wieder viel zu lange her. Unweit von Kopenhagen, auf leichter Anhöhe über dem Öresund gelegen, hat man von hier einen der schönsten Ostseeblicke. „Louisiana“ besteht aus einem Komplex mehrer Gebäudeteile, die mit hoher architektonischer Ästhetik in die Landschaft eingegliedert wurden. Das Museum bietet außer Malerei und bildender Kunst viele weitere spannende Erlebnisse und Ereignisse. So jedes zweite Jahr das internationale Festival “Louisiana Literature”. 2013 findet es vom 22. bis 25. August statt. Zu Gast sein werden Peter Handke, Zadie Smith, Sofi Oksanen, Colum McCann und andere renommierte Autorinnen und Autoren aus mehreren Ländern.

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Reizen würde mich auch der Besuch eines Bündner Hochtals. Ins Val Fex zweigt man vom Oberengandin ab. 101 Einwohner zählt die verstreute Gemeinde, eine der höchstgelegenden ganzjährig bewohnten Europas. Literaten haben sich besonders gerne hier aufgehalten. Thomas Mann und Hermann Hesse waren hier, Erich Kästner und Marcel Proust. Fast am Ende des stillen Tals, vor dem Fexergletscher, liegt das Hotel Fex. Die kleine Bibliothek des Hauses wurde mit Büchern des feinen Zürcher Verlagshauses Kein & Aber bestückt. Eine durchaus aparte Kooperation. Apart sind für Bewohner der Euroländer allerdings auch die Preise der eher einfach ausgestatteten Zimmer und der Speisen im Restaurant. Unter anderem deshalb werde ich vermutlich in nächster Zeit dort nicht zu Gast sein.

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Wohlfeil hingegen ist der grüne Tee im plüschigen Philosophen-Cafè “Habakuks Gartenlaube”, das irgendwo im Zentrum des sandigen Berlin zu finden ist. (Oder auch nicht.) Aus der Hauptstadt Preußens und seiner Provinzen meldet sich con = libri im Nachsommer zur Vor-Wahlzeit zurück. Dann mit Beobachtungen und Einschätzungen ernster und weniger ernster Art rund um unsere Zweite Republik.

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